
Mit dem Umbau einer Bestandsimmobilie für das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Elisabeth-Krankenhaus in Essen haben wir einen Ort geschaffen, der Kindern und Jugendlichen Freude macht und sie auf ihrem Weg begleitet. Einen Ort, der mit Leichtigkeit begegnet und gleichzeitig Sicherheit vermittelt. Denn wir sind überzeugt: Freude kann ein wichtiger Schlüssel sein, um Wohlbefinden zu fördern, gerade in Situationen, die mit Anspannung und Unsicherheit verbunden sind.
Bauherrschaft — Contilia Gruppe
Größe — 900 qm
Leistungen — Innenausbau (LPH 1-8)
Fertigstellung — Februar 2026
Ort — Essen
Fotografie — HEJM


Sozialpädiatrische Zentren sind besondere Orte. Hier werden Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten, chronischen Erkrankungen oder Behinderungen interdisziplinär betreut, medizinisch, therapeutisch und psychologisch, immer im Austausch mit ihren Familien. Für viele ist der Besuch mit Unsicherheit verbunden. Wir verstehen Gestaltung hier als Möglichkeit, diese Anspannung aufzufangen und einen positiven Gegenpol zu schaffen.
Eine der größten Herausforderungen des Entwurfs ist die große Altersspanne der Nutzer, von Säuglingen bis hin zu Jugendlichen. Deshalb haben wir eine Gestaltung entwickelt, die weder verniedlicht noch distanziert wirkt, sondern offen und einladend ist und von allen Altersgruppen angenommen werden kann. So sind Räume entstanden, die Bewegung ebenso zulassen wie Rückzug und die unterschiedliche Bedürfnisse selbstverständlich aufnehmen.


Das Gestaltungskonzept basiert auf klaren, freundlichen Farbwelten und großformatigen geometrischen Formen. Daraus haben wir eine spielerische und zugleich reduzierte Bildsprache mit abstrakten Figuren und großen Augen entwickelt. Diese tauchen im gesamten Zentrum immer wieder auf, begleiten die Kinder durch die Räume und schaffen Orientierung und Identifikation.
Die Wartebereiche haben wir bewusst vielfältig angelegt. Es sind Zonen für Aktivität und Spiel ebenso wie Rückzugsorte zum Lesen oder Beobachten entstanden. Auch in den Behandlungsräumen setzt sich diese Haltung fort: Farben, Materialien und Möbel schaffen eine freundliche Atmosphäre, die Leichtigkeit vermittelt. Farbige Möbel setzen gezielte Akzente und wirken, als wären sie wie Konfetti im Raum verteilt.






Ein zentrales Element des Konzepts ist ein interaktives Holzelement mit der Frage „Wie geht es dir?“. Mithilfe beweglicher Augen, Augenbrauen und eines Mundes können Kinder ihre Gefühle direkt, spielerisch und ohne Worte ausdrücken. Gerade in einem sozialpädiatrischen Kontext, in dem Emotionen, Wahrnehmung und Kommunikation eine wichtige Rolle spielen, wird Gestaltung so zu einem unterstützenden Werkzeug. Das Element lädt dazu ein, innezuhalten, sich selbst wahrzunehmen und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig schafft es einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen, die sich nicht immer leicht in Worte fassen lassen, und unterstützt Kinder dabei, ihre eigenen Gefühle sichtbar zu machen.




Ein besonderer Bereich ist auch die sogenannte Gangschule, in der Kinder auf einem markierten Bodenstreifen gefilmt und in ihrem Bewegungsablauf analysiert werden. Diese funktionalen Anforderungen haben wir selbstverständlich in das Gesamtkonzept integriert und auch diesen Ort zu einem Teil der gestalterischen Erzählung gemacht.
Gerade die langen Flure, die häufig als monoton und funktional erlebt werden, haben wir in lebendige Wege verwandelt. Farben, Formen und Figuren strukturieren die Räume und machen das Unterwegssein selbst zu einem Teil der Erfahrung.







Von der Entwicklung des übergeordneten Gestaltungskonzepts über die maßgefertigten Einbauten bis hin zur Auswahl von Materialien, Oberflächen und Möblierung haben wir die gesamte innenarchitektonische Planung übernommen. In enger Zusammenarbeit mit der Bauabteilung der Contilia Gruppe ist so ein ganzheitlich durchdachter Ort entstanden.
Vor dem Gebäude erinnert eine Lore an die industrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets. Im Inneren jedoch haben wir eine eigene, zeitlose Welt geschaffen: eine Umgebung, die Freude schafft, Orientierung gibt und Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg begleitet.





PLANMATERIAL
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BAUPHASE
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